Kategorie: Praxisaustausch 2023

  • Unisono – ein generationenverbindendes Projekt an der Oper Köln

    Unisono – ein generationenverbindendes Projekt an der Oper Köln

    Kinder im Vorschulalter und Senior*innen mit und ohne Demenz bereiten sich gemeinsam auf einen Opernbesuch vor und lernen miteinander, voneinander und übereinander.

     

    Beschreibung des Projekts:

    Seit 2014 bietet die Oper Köln bedürfnisorientierte Opernvorstellungen für Menschen mit Demenz im Rahmen des Projekts „Oper für Jung und Alt“ an. Diese finden innerhalb der regulären Vorstellungen der Kinderoper Köln statt, sodass neben Senior*innen ein Großteil an jungem Publikum vor Ort ist.
    Um den generationenverbindenden Dialog zu vertiefen, wurde in der Spielzeit 2021.22 das Projekt „Unisono“ ins Leben gerufen, welches seither fester Bestandteil des Vermittlungsprogramms der Abteilung Oper.Stadt.Schule ist.
    In dem Projekt treffen sich ca. zehn Kinder im Vorschulalter einmal pro Woche mit einer gleichgroßen Gruppe von Senior*innen mit und ohne Demenz, die in einer Wohneinrichtung leben. Über zwei Monate tauchen sie aktiv und gestalterisch in die Geschichte einer Oper ein, die die Gruppe am Ende des Projekts gemeinsam sehen wird. Die 30-minütige mobile Opernproduktion wird speziell für Kitas und Senior*innen mit und ohne Demenz geschrieben und in der Einrichtung aufgeführt.
    In den Workshops von „Unisono“ lernen die Teilnehmenden die Handlung der Oper, die Protagonist*innen und die Opernmusik kennen. Sie singen geeignete Opernausschnitte und begleiten diese auf Orffschem Instrumentarium. Darüber hinaus wird getanzt und szenisch agiert, um eine vielsinnige Anregung zu ermöglichen. Biografierelevante Lieder beider Altersgruppen, die im Kontext der Opernthematik stehen, ergänzen das musikalische Angebot. Dabei gestaltet sich der Aufbau der Workshops immer gleich: Rituallieder wechseln mit neuen Inhalten, wobei der Interpretationsanspruch situativ erleichtert oder erschwert werden kann. Zugunsten einer vielsinnigen haptischen und optischen Erfahrung werden Requisiten, Kostümteile oder Objekte, wie z. B. Handpuppen, eingesetzt. Am Ende des Projekts hat sich die Gruppe nicht nur mit dem Inhalt einer Oper beschäftigt, sondern ist miteinander in den Generationendialog getreten.

    Potenziale kultureller Bildung:

    Das Projekt Unisono zielt darauf ab, Menschen unterschiedlichen Alters zusammenzubringen, um ein Verständnis füreinander zu entwickeln. Im gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachtet, ist dieses Generationenverständnis eine wichtige Voraussetzung für ein funktionierendes Miteinander. Kulturinstitutionen können und müssen ihre Ressourcen nutzen, um Menschen auf niederschwellige Weise zusammenbringen, die sich beispielsweise aufgrund ihres Alters oder einer Erkrankung nicht begegnen würden. Denn nur wer die Bedürfnisse Anderer kennt, kann auf diese eingehen. Hier bereits im frühen Kindesalter anzusetzen, kann besonders prägend und nachhaltig sein.

    Zusatzmaterialien:

    https://www.oper.koeln/de/oper-stadt-schule/oper-fuer-menschen-mit-demenz

    Ansprechpartner*in:

    Stephanie Sonnenschein

    Institution und Projektträger:

    Die Abteilung „Oper.Stadt.Schule“ ist die Schnittstelle zwischen dem Spielplan der Oper Köln und ihrem Publikum. In vielfältigen vermittelnden und künstlerischen Angeboten heißt die Musiktheaterpädagogik alle Menschen herzlich willkommen – ob jung oder alt, groß oder klein, von nah oder fern (oder etwas dazwischen). Gemeinsam gilt es Oper zu erleben, zu verstehen, zu gestalten und dabei in Austausch zu treten, um eine vertiefte und erfahrungsorientierte Auseinandersetzung mit den Inszenierungen der Oper und Kinderoper Oper und dem Genre an sich zu ermöglichen.

     

  • Hallo Projekt

    Hallo Projekt

    Das Hallo Projekt ist eine soziale Initiative aus München. Es fördert den generationsübergreifenden und interkulturellen Austausch zwischen Seniorinnen und Einwanderinnen durch eine Win-Win-Situation für beide Gruppen.

    [su_youtube url=“https://www.youtube.com/watch?v=s3b63jslRDw“]

    Beschreibung des Projekts:

    Das Hallo Projekt ist eine im April 2018 entstandene Initiative, welche den generationsübergreifenden und interkulturellen Austausch zwischen Senior:innen und Einwander:innen fördert und aktiv dazu beiträgt, die Einsamkeit beider Gruppen gemeinsam zu überwinden.

    Das Projekt besteht aus drei Teilen: gemeinsamen Aktivitäten, einem Tandem-Programm und Community-Veranstaltungen für Einwanderer. Zu den gemeinsamen Aktivitäten zählen Spaziergänge sowie Spiel-, Kulturabende und Diskussionsrunden, wo sich beide Gruppen kennenlernen, austauschen und Vorurteile abbauen können. Um langfristige Beziehungen aufzubauen, werden beim Tandem-Programm jeweils ein Senior und ein Einwanderer, basierend auf gemeinsamen Interessen, Hobbys und ihrem Wohnort zusammengebracht, um ihre Deutsch- und Fremdsprachkenntnisse jeweils zu verbessern. Letztendlich bei den Veranstaltungen für Einwanderer lernen sich unsere Teilnehmer durch lockere und informelle Veranstaltungen kennenlernen, haben die Möglichkeiten sich auszutauschen, gegenseitig zu helfen und Freundschaften zu schließen.

    Durch diese Win-win-Situation wird nicht nur die Integration von Einwanderern und die aktive Teilnahme beider Gruppen an der Gesellschaft gefördert, sondern auch ein intergenerationelles und interkulturelles Miteinander geschafft.

    Potenziale Kultureller Bildung:

    Das Thema dieses Dialogforums ist genau das, was wir mit unserer Initiative, dem Das Hallo Projekt, erreichen. Wir bringen Generationen und Kulturen zusammen, um sich gegenseitig zu helfen.

    Zusatzmaterialien:

    https://halloprojekt.org/
    https://leb-bunt.org/

    Ausgezeichnete Projekte 2022:
    https://fairwandler-preis.org/
    https://www.deutschlandfunk.de/die-brueckenbauer-das-hallo-projekt-bringt-alte-und-zuwanderer-zusammen-dlf-2042677e-100.html
    https://civil-academy.b-b-e.de/reinschauen/erfolgsgeschichten/das-hallo-projekt/
    https://www.deutscher-engagementpreis.de/engagiertenfinder/engagiertendetails/4166-das-hallo-projekt

    Ansprechpartner*in für das Projekt:

    Lisi Brizuela

    Infos zur Institution / zum Projektträger; zur Förderung und Partner*innen:

    Leb Bunt e.V.

     

  • Erhebe dich – Musiktheater nach Mozarts Requiem

    Erhebe dich – Musiktheater nach Mozarts Requiem

    Ohne Abschied kein Neubeginn. Ausgehend von Mozarts unvollendetem Requiem entwickeln Laien und professionelle Künstler*innen ein Musiktheaterstück zum Thema Werden und Vergehen. Zwei Jugendliche, zwei Senior*innen und zwei Ensemblemitglieder der Schauburg teilen persönliche Erlebnisse von Abschieden und Neuanfängen. Zehn Musiker*innen des Münchner Kammerorchesters wiederum teilen ihre Interpretation des Requiems erweitert mit Neukompositionen, um die Party in der Beerdigungsfeier zu finden.

    Beschreibung des Projekts:

    Die Schauburg erarbeitet mit „Erhebe dich“ (Arbeitstitel) zum dritten Mal eine Inszenierung mit nichtprofessionellen Darsteller*innen. Dieses Projekt bringt zum ersten Mal die Jugendliche und Senior*innen auf die Bühne, gemeinsam mit Musiker*innen und professionellen Schauspieler*innen. Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens und von Lebensphasen. Das Ensemble bringt unterschiedliche Perspektiven auf das Leben mit all seinen Erfahrungswelten ein. Gemeinsam suchen sie nach der Kraft, die aus Trauer entsteht und nach dem Entstehen, das auf Vergehen folgt.

    Das Münchner Kammerorchester ist bekannt für seine Jugendarbeit, für seine Neugierde und seinen Entdeckergeist. Der Musiktheaterregisseur Anselm Dalferth hat sich mit der Uraufführung „Leise Laute“ in der Schauburg vorgestellt. Nun sucht er mit diesem heterogenen Ensemble die erhebende Kraft und Schönheit, die aus ritualisierten Übergängen, aus Verlust, Trost und Trauer entsteht.

    Potenziale kultureller Bildung:

    In der Arbeit mit den nichtprofessionellen Darsteller*innen steht die Arbeit mit den eigenen Erfahrungen, der eigenen Biografie im Fokus. Im Dialogforum kann diese Arbeit anhand von Beispielen aus den Proben für Interessierte erlebbar gemacht werden. Es können Erfahrungen ausgetauscht werden, wie ein Dialog zwischen den Generationen in einem künstlerischen Rahmen gelingen kann und welche Themen im Projekt besprochen wurden.

    Zusatzmaterialien:

    www.schauburg.net

    Ansprechpartner*innen:

    Philipp Boos / Anne Richter

    E-Mail:

    philipp.boos@muenchen.de

    Institution und Projektträger:

    Seit dem Einzug in die Schauburg am Elisabethplatz 1977 ist das Theater der Landeshauptstadt München eines der größten und renommiertesten Theater für junges Publikum in der Bundesrepublik Deutschland.

    Mit der Intendanz von Andrea Gronemeyer ist das Theater ein offenes Haus der darstellenden Künste für junge und jung gebliebene Zuschauer*innen. Das Publikum kann in der Schauburg mit Theater heranwachsen, denn das Ensemble spielt Stücke bereits für die Allerkleinsten ab 3 Monaten und spezifiziert seine Angebote altersgemäß bis ins Erwachsenenalter. Den Spielplan prägen vor allem neue Stücke zeitgenössischer Autor*innen, die speziell für junges Publikum entwickelt wurden, darunter Neuinterpretationen von Stoffen der Weltliteratur ebenso wie Stücke, die Themen aus der konkreten Lebenswelt der jungen Zuschauer*innen oder brennende gesellschaftliche Fragen aufgreifen. Neben Schauspiel kann man in der Schauburg auch Tanz, Musik- und Figurentheater und grenzüberschreitende Theaterformen erleben.

    Die Schauburg vernetzt sich weltweit und bringt diese Erfahrungen aus dem interkulturellen Austausch in den Spielplan und die partizipatorischen Projekte ein. Das Bewusstsein, für ein Publikum mit Wurzeln in vielen Kulturen zu spielen, ist der Motor für die Vision der Schauburg, sich als ein Ort der kulturellen Identitätsfindung in einer vielfältigen Gesellschaft zu etablieren.
    Die Einladung zum Mitspielen in Theaterclubs und partizipatorischen Bühnenprojekten mit Jugendlichen sind fester Bestandteil der künstlerischen Arbeit an der Schauburg. Im Programm Schauburg LAB haben Kinder und Jugendliche aller Altersstufen die Möglichkeit, sich in kürzeren oder bis zu einem Schuljahr dauernden Projekten als Tänzer*in, Musiker*in, Schauspieler*in oder Autor*in selbst auf und hinter der Bühne auszuprobieren und die eigene Sprache der Darstellung zu finden.

  • KÜR – KunstÜbungsRaum Milbertshofen

    KÜR – KunstÜbungsRaum Milbertshofen

    Mit KÜR gibt es einen Raum für junge Kunst und Kultur, einen Freiraum für junge kreative Menschen und einen offenen Kulturort für Alle.

    Beschreibung des Projekts:

    KÜR ist ein besonderer Ort – ein Raum für junge Kunst und Kultur, ein kreativer Freiraum für junge Künstler*innen in einer Stadt, wie München, in der bezahlbarer Wohnraum und geeignete Räumen für junge Kreative absolute Mangelware sind.
    Mit KÜR ist ein Raum entstanden, der einerseits jungen Menschen in einer Phase der beruflichen und persönlichen Orientierung kostenfreie Atelierplätze für Experimente und Entfaltung sowie Unterstützung auf dem Weg zur Professionalisierung bietet. Zugleich ist KÜR ein lebendiger und offener Kulturort, der allen Menschen zugänglich ist. Im Rahmen unseres vielfältigen Workshop-Programms und unseren generationenübergreifenden Formaten sprechen wir auch andere Altersgruppen, insbesondere aus der Nachbarschaft an. Wir fördern den Austausch zwischen verschiedenen Generationen und Kulturen. Wir setzen uns aktiv für ein positives Zusammenleben mit der Nachbarschaft und den Dialog zwischen allen Beteiligten ein.
    KÜR ist ein lebendiger Begegnungs- und Erfahrungsort im Viertel, der niederschwellig Zugang zur kulturellen und somit gesellschaftlichen Teilhabe schafft.

    Potenziale kultureller Bildung:

    KÜR kann exemplarisch für andere Anbieter*innen sein, da es auf innovative Weise den Mangel an Räumlichkeiten für unserer Zielgruppen angeht und gleichzeitig neue Konzepte der gemeinschaftlichen Nutzung erforscht und anwendet. Das KÜR stellt Atelierräume bereit und ermöglicht darüber hinaus die Nutzung einer Gemeinschaftsfläche für generationenübergreifende Formate verschiedener Art. Programme werden partizipativ konzipiert, sowohl mit den jungen Künstler*innen als auch mit Bürger*innen aus der Nachbarschaft.

    KunstÜbungsRaum ist ein Kooperationsprojekt von Stadteilarbeit e.V. und Kontrapunkt gGmbH/IMAL.

    Zusatzmaterialien:

    www.kuer-milbertshofen.de / Instagram: Kunstübungsraum Milbertshofen (@kunstuebungsraum)

    Ansprechpartner*innen:

    Projektkoordination KÜR: Marguerite Schieke (Stadtteilarbeit e.V.) & Katharina Zink (Kontrapunkt gGmbH/IMAL)

    Institution und Projektträger:

    Träger: „Stadtteilarbeit e.V.“ in Kooperation mit „Kontrapunkt gGmbH/IMAL“

    Stadtteilarbeit e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 1984 als Träger- und Unterstützungsverein zur Förderung der sozialen Arbeit vor allem im Bereich des 11. Stadtbezirks Münchens, aber auch in der gesamten Region München tätig ist. Zweck des Vereins ist insbesondere die stadtteilbezogene und wohnortnahe Förderung und Durchführung sozial- und kulturpädagogischer sowie erwachsenenbildnerischer Arbeit mit dem Ziel eines besseren Zusammenlebens der Bürger*innen. Ziel ist die Umsetzung einer umfassenden Teilhabe und Teilnahme der Bürger*innen am gemeinschaftlichen und öffentlichen Leben der Stadtgesellschaft.

    Kontrapunkt gGmbH betreibt seit 1996 Projekte im Spannungsfeld Jugend, Kunst, Kultur. Die selbständige, kreative Auseinandersetzung im Sinne einer ästhetischen Erziehung, persönlicher Qualifikation und gesellschaftlicher Partizipation ist zentrales Element der altersübergreifenden und sozial-integrativen Arbeitsprozesse. Kontrapunkt gGmbH ist vor allem mit dem Projekt IMAL (International Munich Art Lab) aktiv und regional, überregional und international vernetzt.

    Gefördert von: Kulturreferat München und Bezirksausschuss 11

  • Als ich mal anders war

    Als ich mal anders war

    ‚What you see is what you get‘ arbeitet seit 2014 mit dem Residenzia Seniorenzentrum und erarbeitet professionelle Projekte, die zwischen Theater und Performance angesiedelt sind – immer mit Fokus auf dem künstlerischen Ergebnis unter Anwendung theaterpädagogischer Mittel. Zuletzt arbeitete die Gruppe meist für Kinder und Jugendliche als Zielgruppe und schuf so Raum für Generationenbegegnungen. Im Video ist das Projekt ‚Als ich mal anders war‘ zu sehen: eine Begegnungsperformance, bei der jeweils 3 bis 4 Kinder eine Kabine mit Fernsprecher betraten. Dort konnten sie Dinge aus der Kindheit der alten Menschen entdecken. Diese sprachen am anderen Ende der Leitung und erzählten Geschichten aus ihrer Kindheit.

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  • Mit der ganzen Familie ins Museum

    Mit der ganzen Familie ins Museum

    Das MPZ öffnet Familien generationsübergreifend Zugänge zu Kunst und Kultur. Gemeinsames Erleben, Begegnung, kulturelle Teilhabe stehen im Fokus – mit enger bedürfnisorientierter Zielgruppenfassung bis stark altersgemischter Gruppe.

    Beschreibung des Projekts:

    Mit seinen Angeboten für Familien öffnet das MPZ inhaltliche wie kreative Zugänge zu Kunst und Kultur. Die MuseumsZeit startete im April 2022 und spricht Menschen aus der Ukraine sowie andere Menschen mit und ohne Fluchterfahrung an. Sie können sich im Museum als geschütztem Raum gemeinsam austauschen, Alltagsprobleme hinter sich lassen, Freundschaften schließen, Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen. Kinder und Erwachsene sind bedarfsgerecht z. T. in altersgetrennten Gruppen aktiv.
    Bei Angeboten für Kinderreiche Familien soll hingegen explizit die Familie als Ganzes gesehen werden. Das gemeinsame Erleben, Erfahren und Kommunizieren stehen im Vordergrund. Mit passendem Sprachniveau und Praxissequenzen werden die unterschiedlichsten Interessen und Fertigkeiten der oft extrem heterogenen Altersstruktur zusammengeführt. Die verschiedensten Formate im Familienprogramm schaffen positive neue Erlebnisse und Erinnerungen, befördern Wohlbefinden und ermöglichen Kulturelle Teilhabe.

    Potenziale kultureller Bildung:

    Im Sinne der Kulturellen Teilhabe sind Angebote für ganze Familien ein wichtiger Baustein für die Arbeit im Museum als Kultur- und Bildungsort. Exemplarisch kann anhand der MuseumsZeit und der Veranstaltungen für Kinderreiche Familien diskutiert werden, in welchen Kontexten der Kulturellen Bildung gemeinsames Erleben und Erfahren, wann und unter welchen Bedingungen aber eine altersgetrennte Arbeit sinnvoller ist. Nach welchen spezifischen Zielsetzungen können solche Formate ausgerichtet werden? Welche Methoden eigenen sich für das gemeinsame Erleben? Wo liegen spezifische Herausforderungen? Wie können mit solchen Angeboten auch Menschen erreicht werden, die sonst kaum an Kultur- und Museumsangeboten partizipieren?

    Ansprechpartner*innen:

    Ute Dietz

    Institution und Projektträger:

    Das Museumspädagogische Zentrum (MPZ) ist eine Einrichtung des Freistaats Bayern und der Landes­hauptstadt München. Es konzipiert und realisiert analoge und digitale Vermittlungsprogramme für alle Altersgruppen in Museen und im Stadtraum und bietet Fortbildungen an. Es fungiert als Agentur für Vermittlung im Museum, berät Museen bei didaktischen Fragen und veröffentlicht Schriften zu Museen und zur Museumspädagogik.

    Programme für Familien werden beispielsweise über den Familienpass des Stadtjugendamts der Landeshauptstadt München oder in Kooperation mit einzelnen Museen angeboten. Die Veranstaltungen für Kinderreiche Familien werden in Kooperation mit dem Kolpingwerk LV Bayern e.V. veranstaltet und vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert. Das Format MuseumsZeit realisiert das MPZ auch in Kooperation mit Bayern liest e.V.

  • Kulturführerschein – Freiwilliges Engagement in der zweiten Lebenshälfte

    Kulturführerschein – Freiwilliges Engagement in der zweiten Lebenshälfte

    Sie möchten selbst aktiv werden und in die Münchner Kulturlandschaft eintauchen? Dann ist der Kulturführerschein etwas für Sie. Sie lernen Methoden und verschiedene Möglichkeiten des kulturellen Engagements kennen, um anderen zu vermitteln, was Sie selbst begeistert.

    Beschreibung des Projekts:

    Der Kurs „Kulturführerschein“ findet in einem Zeitraum von einem halben Jahr statt und ist in acht ganztägige Seminartage, begleitende mehrstündige Exkursionen und in drei ganztägige Praxistage aufgebaut. An den Seminartagen steigen die Teilnehmenden in verschiedene Kultur-Sparten wie Literatur, Musik, Museum ein und lernen Methoden kennen, um anderen zu vermitteln, was sie selbst begeistert. Im Kurs werden Ideen gesammelt, wie sich die Teilnehmenden durch das vielfältige kulturelle Angebot in München anregen lassen können. Zu jedem Seminartag gehört eine mehrstündige Exkursion, in ein Museum, ein Theater, eine Bibliothek u. a., wo die Teilnehmenden Menschen kennen lernen, die dort arbeiten und den Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Anschließend werden ein bis zwei kleine Veranstaltungen, im Team oder allein, geplant und mit einer fremden Gruppe durchgeführt. Dazu finden drei Tage zur Praxisberatung statt.

    Potenziale kultureller Bildung:

    Das Ziel der Fortbildung „Kulturführerschein“ ist es Kultur vom Sockel zu holen, d. h. Menschen Zugänge zur Kultur auf niederschwelligen und kreative, Lust machende Weise zu ermöglichen, bei der subjektive und biografische Zugänge eine größere Rolle als das Fachwissen spielen. Da im Kurs Wege aufgezeigt werden, wie sich die Vielfalt des kulturellen Angebots für verschiedene Zielgruppen erschließen lässt, bieten sich während oder nach dem Kurs Projekte / Veranstaltungen an, die jung und alt zusammenführen. Absolventinnen und Absolventen des Kulturführerscheins sind in verschiedenen sozialen und kulturellen Institutionen / Projekten tätig, wie z. B. in Alten- und Service-Zentren, Kulturhäusern, Kirchengemeinden.

    Zusatzmaterialien:

    https://ebw-muenchen.de/kategorie/kulturfuehrerschein

    Ansprechpartner*innen:

    Melanie Sommer, Referentin für Erwachsenenbildung im Evangelischen Bildungswerk München

    E-Mail:

    melanie.sommer@ebw-muenchen.de

    Institution und  Projektträger:

    Das Evangelische Bildungswerk München e.V. (ebw) ist ein gemeinnütziger Verein und Dachverband für die evangelischen Gemeinden und Dienste im Dekanat München, um Bildung für Erwachsene zu fördern und zu unterstützen. Das ebw bietet Fortbildungen, Seminare und Projekte mit dem Schwerpunkt der Qualifizierung für ein ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Bereichen. Die Fortbildung „Kulturführerschein“ wird vom Sozialreferat der Landeshauptstadt München gefördert.

  • Community Music-Orchester München

    Community Music-Orchester München

    Das Community Music-Orchester bietet jeden Montag ganz persönliche musikalische Erlebnisse für Groß und Klein. Es ist ein partizipatives, generationsübergreifendes, inklusives und diverses Musikprojekt. Da das Orchester ein niederschwelliges Angebot auch für weniger begüterte Menschen sein will, werden keine Teilnahmegebühren verlangt.

    Beschreibung des Projekts:

    Das Community Music-Orchester ist ein Orchester für alle. Zusammen mit Marja Burchard (Embryo) und Wolfi Schlick (Express Brass Band) können interessierte und neugierige Menschen die Welt der Geräusche und Töne entdecken und sich auf kreative Musikerlebnisse freuen: gemeinsam musizieren ohne musikalische Vorkenntnisse und Zwang, dafür aber mit ganz viel Spaß und Kreativität! Das Orchester ist eine Bereicherung für alle, die Zugang zu Musik suchen und gemeinsam Neues schaffen möchten.
    Ohne enge Bahnen, Zwang und Leistungsdruck möchte das Community Music-Orchester allen Menschen Zugang zu Musik ermöglichen. Klatschübungen mit verschiedenen Patterns stärken das Rhythmusgefühl, fördern den Gemeinschaftssinn und trainieren ganz natürlich die Konzentration. Maximale Kreativität und Spontaneität werden durch eigenes Komponieren und Weiterspinnen von Melodien und Rhythmen erreicht. Eintönigkeit? Fehlanzeige: Volkslieder, Spirituals, Bach-Choräle und selbst komponierte Stücke sorgen für Abwechslung. Die Mischung macht’s!

    Potenziale kultureller Bildung:

    Das Community Music Orchester besteht aus Mitspieler*innen vieler unterschiedlicher Provenienzen. Inklusion bezieht sich in diesem Miteinander nicht nur auf die Herkunft der Musiker*innen nach Ethnie, Geschlecht oder Alter, sondern auch auf die unterschiedlichsten Stufen instrumentaltechnischer Fertigkeit und Könnens. Es soll gerade nicht auf eine Zielgruppe hin gedacht sein, sondern für Menschen jeglichen Alters (von Kindern bis zu Senior*innen) einen Zugang zum gemeinsamen Musizieren ermöglichen.
    Wir glauben, dass es in München (und Deutschland) noch zu wenig Formationen nach dem Vorbild eines Ensembles aus der Prägung der Community Music gibt und denken, dass in unserer Stadt ein derartiges „offenes“ Ensemble, das weder eine Band noch ein Orchester, weder eine Blaskapelle noch ein Chor, sondern idealiter all dies sein kann – einen großen Mehrwert für Bürger*innen darstellt.

    Zusatzmaterialien:

    https://www.koesk-muenchen.de/community-music-orchester/

    Ansprechpartner*innen:

    Marja Burchard, Wolfgang Schlick

    E-Mail:

    marjab@gmx.de; wolfischlick@gmx.de

    Institution und Projektträger:

    KJR (Kösk, Färberei),
    Kulturreferat München

  • Let’s score tog@ther

    Let’s score tog@ther

    … war zwischen Januar und Juni 2023 ein hybrides Projekt zwischen vier Städten mit über 40 Menschen im Alter von 15-82 Jahren. Gefördert durch das Coronahilfsprogramm DISTANZEN des Dachverbandes Tanz Deutschland entwickelte Andrea Marton ein bewegtes Austauschformat:
    Gruppen teilten Bewegungseinladungen digital als Foto, Video, Text oder Post und Päckchen. Städteübergreifend wurden kreative Einladungen und Antworten geteilt.

    Beschreibung des Projekts:

    Je Stadt (München/Freiburg/Utrecht/Bayreuth) fanden sich jeweils 4-6 Menschen in einer Gruppe zusammen, jede Gruppe war im Austausch mit einer Gruppe einer anderen Stadt.
    Die Gruppen organisierten sich selbstständig, um gemeinsam Form und Inhalt eine Einladung zu formulieren /gestalten und diese an die Partnergruppe der anderen Stadt zu versenden. So wurde zum Beispiel in der einen Stadt etwas im Park gehört und grafisch in ein Bild übersetzt, während die andere Stadt daraus eine bewegte, choreografische Antwort entwickelt hat. Einladungen kamen aus Küchen, Trambahnen und Treppenhäusern…. Antworten wurden getanzt, gemalt, gefilmt oder als Audio, gesprochen, zerrissen, gekocht….
    Rhythmisierung und Austausch stadtintern wie auch städteübergreifend war nicht reglementiert, und wurde jeweils selbstständig zwischen den Teilnehmenden verhandelt. Ebenso die Form und der Kanal der Kommunikation.
    Auf der digitalen Plattform eines Padlets wurden alle Einladungen und Ergebnisse gesammelt und zugeordnet. (Dieses Padlet ist nun eine geöffnete aber kuratierte Plattform, mit der Einladung an alle zur Exploration und Erweiterung des Scores.)
    Alle zwei Wochen waren die Teilnehmenden eingeladen zu einem 90-minütigen digitalen Zoomaustausch, in dem neue Umsetzungsmöglichkeiten für Scores vorgestellt wurden, und anschließend ein inhaltlicher und organisatorischer Austausch zu dem laufenden Prozess miteinander statt fand.
    Potenziale kultureller Bildung:
    Dieses sehr offene Format, das sowohl zeitlich wie auch räumlich sehr viel Flexibilität anbietet, hat sich als ein Projekt der Vernetzung und des Dialogs entwickelt.
    Teilnehmende allen Alters waren eingeladen und konnten gruppenintern Termine und Themen miteinander verhandeln.
    Besonders interessant war rückwirkend für mich die Art und Weise, wie die Gruppen miteinander kommunizierten, gemeinsam zu Verabredungen und Lösungen kamen sowie ihren eigenen Rhythmus und ihre eigene Dialogform entwickelt haben; wie demokratisch oder auch in Rollenzuschreibungen das System Gruppe jeweils funktionierte.
    In dem dialogischen Arbeiten gab es keinerlei Festschreibung auf Tanz, Theater oder Text, Bild oder Objekt, drinnen oder draußen…., so dass es eine große Freiheit gab, als Gruppe gemeinsame Formen und Ausdrucksweisen zu entwickeln und zu verhandeln.
    Als lediglich impulsgebende Tanzschaffende war ich sehr erstaunt über den Prozess, der entsteht, wenn Menschen, die sich z. T. gar nicht kennen, miteinander über Kreativität in den Dialog gehen.
    Tatsächlich war ein großer Teil der Teilnehmenden Ü40, Jugendliche waren nur zwei dabei.
    Zusatzmaterialien:
    Ansprechpartner*in:
    Andrea Marton
    Institution und Projektträger:
    Freie Tanzschaffende aus München
    Gründung und Coleitung Fokus Tanz
    Tanz Inklusive!
    DanceOn60+
    Künstlerkollektiv moving_spaces
    Das Projekt wurde gefördert von DISTANZEN/ Dachverband Tanz Deutschland (DTD)/Neustart Kultur
  • Our Heritage

    Our Heritage

    „Our Heritage“ ist ein generationen- sowie länderübergreifendes Projekt, das sich mit Erinnerungen und Auswirkungen des Nationalsozialismus beschäftigt. Zwischen 2020 und 2022 entstanden mehrere Kapitel, die sich über Tanz, Sprache und Film unserer europäischen Geschichte aus verschiedenen Perspektiven nähern.

     

    Beschreibung des Projekts:

    „Our Heritage“ ist ein generationen- & länderübergreifendes Projekt, das sich mit europäischer Erinnerungskultur auseinandersetzt. Zwischen 2020 und 2022 entstanden mehrere Kapitel, die sich über Tanz, Sprache und Film der Thematik nähern. Zeitgenössischer Tanz legt den Grundstein für den Gruppenprozess, der Auseinandersetzung mit sich und der eigenen Geschichte. Im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit steht der Körper als Speicher von Erinnerungen, als Träger der eigenen Identität, als formbares Ausdrucksmittel und der Dialog zwischen den Generationen über das Heute und Gestern.
    Kapitel 1-5 wurden 2020/21 mit einer generationenübergreifenden Gruppe von jungen und alten Tänzerinnen aus Bamberg und Arnheim erarbeitet und in beiden Städten präsentiert. Mit Kapitel 6 kam das Projekt 2022 erstmals nach München (NS-Dokumentationszentrum) und fand damit eine Neuausrichtung. Das contweedancecollective möchte nun mit „Our Heritage“ eine Plattform schaffen, die auch andere Künstler*innen dazu einlädt, ihre Perspektiven, kritischen Stimmen und Werke zu präsentieren und somit gemeinsam die Erinnerungen wach zu halten.

    Potenziale kultureller Bildung:

    Über nationale Grenzen hinweg hat das Projekt „Our Heritage“ Momente des Austauschs, der Begegnung und eine gemeinsame Auseinandersetzung mit der Geschichte und unserer kollektiven Erinnerungskultur ermöglicht. Tanz als Mittel der nonverbalen Kommunikation hat den niederländischen Senior*innen und deutschen Jugendlichen einen Zugang zueinander geschaffen, sich durch ihre Bewegungen, ihre Zeichnungen und durch die Direktheit ihrer Körper miteinander zu verständigen. Durch die Pandemie wurde ein Großteil des Projekts digital über Zoom oder in Einzelproben umgesetzt. Umso intensiver waren die zwei Begegnungen im Hier und Jetzt, wo das Team des Kollektivs mit der deutschen Gruppe in die Niederlande gereist ist. Diese Erfahrung wurde unter anderem in der finalen Szene des Kurzfilms „Our Heritage-Dances of Remembrance“ (Kapitel 5) filmisch festgehalten und künstlerisch verarbeitet.

    Die künstlerische und prozessorientierte Struktur der verschiedenen Projektkapitel ermöglichte es, kleine und große Zwischenpräsentationen umzusetzen und sowohl Einblicke in den Gruppenprozess als auch einen 30-minütigen Kurzfilm zu veröffentlichen. Der Film als „flexibles künstlerisches Werk“ wird weiterhin gezeigt und zu unterschiedlichen Festivals eingeladen (für 2023 nach Schottland und Erlangen), hat dadurch eine nachhaltige Wirkung und zielt darauf ab, noch oft verschiedene Generationen zu diesem Thema in den Austausch miteinander zu bringen.

    Zusatzmaterialien:

    https://www.contweedancecollective.com/our-heritage-1

    Ansprechpartner*in:

    Laura Saumweber

    E-Mail:

    contact.contweedance@gmail.com

    Institution und Projektträger:

    Our Heritage (Kapitel 1-5) wird aus dem Förderprogramm „Jonge Kunst“ des Fonds Soziokultur und des Fonds voor Cultuurparticipatie gefördert, vom Erasmus+ Programm der Europäischen Union im Rahmen von „conchances“ unterstützt, sowie von Fritz Esterer und der WTS Group Stiftung, der Stadt Bamberg und der Sparkasse Bamberg. Für Kapitel 6 „Körper als Archive der Erinnerung“ entstand eine Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum München.