Kategorie: Themenforen 2021

  • Freiräume

    „Wir wollen eine Gesellschaft, in der die Existenzberechtigung von Räumen außerhalb von ökonomischem Zweck und Wachstum liegen kann. (…) Wir fordern Räume, in denen sich revolutionäre, innovative Ideen potenzieren und Konventionen aller Art infrage gestellt werden können. Unser Ziel ist eine lebenswertere Zukunft.” So lautete der Aufruf zum Freiräume(n)-Aktionstag im Juni diesen Jahres.

    Freiräume als demokratische Bildungs- und Vernetzungsorte, als Möglichkeitsräume für künstlerisch-kreative Entfaltung, Selbstorganisation und Mitgestaltung sind für eine offene Stadtgesellschaft unbedingt notwendig und gleichzeitig heftig umkämpft. Sie müssen kreiert, erobert, verteidigt, eingefordert und gewährt werden. Wo eine Gruppe sich einen Freiraum schafft, nimmt sie vermutlich einer anderen selbigen weg. Die Vorstellungen davon, was ein gelungener Freiraum ist, sind so vielfältig wie die Menschen selbst, die sie gestalten. Und somit auch die Aushandlungsprozesse, denen sie unterliegen…

    In diesem Forum sollen zwei urbane Freiraum-Visionen für München vorgestellt werden. Einmal aus der Perspektive der Generation 20+ und einmal aus der der Generation 50+. Was soll aus Sicht von Ozan Aykaç und dem Team rund um München2040 anders werden, was soll kommen, wie kann man sich beteiligen? Und was plant Tom von Wittern und sein Netzwerk rund um eigenleben.jetzt und Einfach gemeinsam leben e.V.? Wo unterscheiden sich die Ansätze und Visionen der beiden Generationen, wo können sie voneinander profitieren und inwiefern brauchen sie auch Freiraum voneinander?

    Nach den Freiraum-Statements von Ozan Aykaç und Tom von Wittern gibt dieses Themenforum Gelegenheit zu Diskussion und Austausch.

    Weiterführendes:

    https://www.muenchen2040.de/

    https://www.einfach-gemeinsam-leben.info/

    https://torhaus-muc.org/

    Ozan Aykaç: 25 Jahre, Studium der Soziologie (Hauptfach) und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Jugendverbandlich aktiv seit 2011 im Münchner Schüler*innenbüro, seit 2017 Beisitzender im Vorstand des Kreisjugendring München-Stadt, in der Steuerungsgruppe des Projekts München2040 seit 2019

    Tom von Wittern: 59 Jahre, Nachhaltigkeitsspezialist und Social Entrepeneur /// div. Führungspositionen im IT- und Finanzbereich /// 2008 Gründung eines internationalen Umwelttechnologieunternehmens /// seit 2018 Teilhaber eines Architekturbüros, Projektentwickler und Bauökonom /// Im Vorstand div. Vereine (Torhaus e.V., Einfach Gemeinsam Leben e.V., eigenleben.jetzt) /// Gemeinwohlökomist und Purpose-Unternehmer

    Moderation: Elisabeth Raschke

  • KunstSpielOrte

    In diesem Themenforum wird ein neues Vorhaben, das derzeit dem Stadtrat vorliegt, zum ersten Mal vorgestellt. In einem offenen Prozess möchte das Kulturreferat gemeinsam mit Künstler*innen, Vermittler*innen und lokalen Initiativen in der Messestadt Riem die Schaffung von partizipativen, intergenerationellen „KunstSpielOrten“ erproben. Ab kommenden Jahr soll mit der Ausschreibung von temporären Pilotprojekten in diese Experimentierphase gestartet werden. Damit wird die Schaffung eines generationsübergreifenden KunstSpielOrtes vorbereitet, wie er als Leitprojekt in der fortgeschriebenen Konzeption Kulturelle Bildung für München verankert ist.

    Was aber können solche KunstSpielOrte sein? Wie kann Kunst aussehen, die im öffentlichen Raum bespielbar oder partizipativ gestaltbar und veränderbar ist – und dabei alle Generationen anspricht? Was entsteht jeweils, wenn der Ausgangspunkt des Experiments der Ort, das Spiel oder die Kunst ist? Wie kann möglichst inklusiv gearbeitet und gestaltet werden? Das Forum möchte einen ersten Einstieg in diese Fragen geben. Es blickt auf künstlerische Ansätze an der Schnittstelle von Kunst und Spiel sowie unterschiedliche Möglichkeiten und Grade der Partizipation bei der Entwicklung von Kunst-Spiel-Werken. Und es reflektiert, wie lokale Akteur*innen verschiedener Altersgruppen in die Entstehungsphase des Projektes eingebunden werden können.

    Im Austausch mit Stephanie Reichelt, Leiterin der Abteilung 3 im Kulturreferat, reflektiert die Künstlerin und Wissenschaftlerin Mona Jas diese Fragen anhand von Perspektiven und Beispielen aus ihrer Forschung und Praxis. Dabei gibt sie Einblicke in ihre neue Aufgabe als künstlerische Leitung des gerade entstehenden KinderKunstLabors in St. Pölten (AT) – ein in dieser Form bis dato einzigartiger Begegnungsort für Kinder, Künstler*innen und zeitgenössische Kunst, der in partizipativen Prozessen gemeinsam mit Kinderbeiräten entwickelt wird.

    Vitae:
    Prof. Dr. Mona Marijke Jas, Künstlerin, Wissenschaftlerin und Kuratorin.
    Mona Marijke Jas ist seit 2015 Honorarprofessorin an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Sie war u. a. 2017 Mitglied der faculty der documenta 14 in Kassel und Athen und leitete die (Ver-)Mittlung der 10. Berlin Biennale 2018. Außerdem lehrt sie aktuell an der Universität Hildesheim im Bereich Kulturelle Bildung und Kunstvermittlung. 2021 wurde sie zur künstlerischen Leiterin des KinderKunstLabors in St. Pölten (AT) berufen, um gemeinsam mit Kinderbeiräten einen Raum der Begegnung von Kindern, Künstler*innen und zeitgenössischer Kunst zu schaffen. Das neue Haus wird 2024 eröffnet.

    Stefanie Reichelt hat Geschichte und Germanistik studiert, arbeitete in der Forschung und in unterschiedlichen Positionen bei der Landeshauptstadt München. Seit 2009 leitet sie die Abteilung 3 des Kulturreferates, die zuständig ist für Kulturelle Bildung, Internationales und Urbane Kulturen und zu der auch die Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung gehört.

  • Anliegen und Ansätze baukultureller Bildungsarbeit und deren Anknüpfungspotentiale vor Ort

    Baukulturelle Bildung hat sich in den letzten Jahren zu einem aktiven Feld der Kulturellen Bildung entwickelt, das sich durch eine große Vielfalt auszeichnet. Das ist kein Zufall, denn hier werden wichtige und drängende gesellschaftliche Themen ausgehandelt und in Bezug zum eigenen Sozialraum gesetzt. Die Einrichtung des Fachbereichs Baukultur an der Akademie der Kulturellen Bildung spiegelt diese Entwicklung. Zugleich bietet sie die Chance, Schwerpunkte und Impulse zu setzen, und – gemeinsam mit anderen Akteur*innen – zu einer weiteren Professionalisierung und Verstetigung Baukultureller Bildung beizutragen. Die Leiterin des Fachbereichs, Dr. Kawthar El-Qasem, führt in das Themenfeld Baukulturelle Bildung ein und stellt den Fachbereich vor. Maximiliane Baumgartner (Der Fahrende Raum) und Jan Bunse (Die Urbanisten) teilen im Anschluss ihre Erfahrungen und Eindrücke aus der Praxis der informellen Bildungsarbeit und aus dem Bereich des urbanistischen Aktivismus. Im anschließenden gemeinsamen Gespräch werden Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Ansätze sowie denkbare Synergien und transformatorische Potentiale diskutiert. Die Teilnehmer*innen sind herzlich eingeladen, sich im Chat mit ihren Erfahrungen einzubringen.

    Die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW blickt auf über 60 Jahre Fort- und Weiterbildung in pädagogischen und künstlerischen Kontexten zurück. Die inzwischen elf Fachbereiche machen die Akademie zu einem Ort interdisziplinären Austauschs und fachübergreifender Zusammenarbeit. Zielgruppen des breitgefächerten Angebots sind Fachkräfte unterschiedlicher Berufsgruppen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten (möchten). Die Einrichtung des neuen Fachbereichs Baukultur im Januar 2020 reflektiert die Relevanz baukultureller Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche und für die Gesellschaft insgesamt. Im Labor Baukulturelle Bildung – Next Level (September 2020) waren Akteur*innen der Baukulturellen Bildung aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen, den Status quo ebenso wie Ziele und Forderungen gemeinsam zu diskutieren. Die Ergebnisse wurden später in einer Dokumentation veröffentlicht.

    Vitae:

    Dr. Kawthar El-Qasem leitet den neuen Fachbereich Baukultur an der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW in Remscheid. Sie studierte Architektur und Baukunst in Düsseldorf und promovierte zur Praxis der palästinensischen mündlichen Überlieferung an der Bauhaus-Universität Weimar. Sie ist Autorin, Rednerin, Lehrbeauftragte und Vorstandsmitglied der Occupational Science Europe.

    Maximiliane Baumgartner arbeitet als Künstlerin sowohl in Malerei als auch Pädagogik und Self-Publishing. In ihrem Interesse an (Gegen-) Öffentlichkeiten und ihren historischen Zusammenhängen innerhalb eines städtischen Raums, entwickelt sie (oft in Kollaboration) künstlerische Aktionsfelder. Dabei interessiert sie der Einsatz von Malerei als soziales Handlungsfeld. Sie initiierte den Aktionsraum Der Fahrende Raum und programmierte es in wechselnden Kollaborationen von 2015–2019 in München. Seit 2019 forscht und lehrt sie am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln.

    Die Urbanisten verbessern das städtische Zusammenleben der Menschen vor Ort und schaffen neue Perspektiven für urbane Lebensräume. Der gemeinnützige Verein ist Impulsgeber, Initiator und Beteiligungsplattform – ein vielfältiges Netzwerk für die aktive Mitgestaltung der eigenen Stadt. Im Zentrum unserer Arbeit steht der öffentliche Raum als Schnittstelle zwischen bestehenden Kulturformen, wachsenden Strukturen und den individuellen Vorstellungen der Menschen. In unserer Vision einer modernen Gesellschaft gestalten die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Lebensraum eigenverantwortlich mit und schließen ihre individuellen Ressourcen zusammen: lokal, kreativ und lebendig.

    Dipl.-Ing. Jan Bunse studierte Raumplanung und Humangeographie in Dortmund und Nijmegen (NL) mit dem Schwerpunkt Allokationskonzepte für Räume in gemeinschaftlicher Verfügung (2006-2015). Seit 2011 als Mitglied der Geschäftsführung und in verschiedenen Teilbereichen für die Urbanisten e.V. tätig: Beteiligungsprojekte mit Jugendlichen, Quartiersentwicklung durch Kreativwirtschaft, Projekte im Bereich Urban Gardening/Farming, digitale Stadtentwicklung. Seit 2016 Projektleiter für Gemeinschaftliche Urbane Produktion im BMBF-Forschungsverbund UrbaneProduktion.ruhr, außerdem Teil der Projektteams proGIreg und LUZI.

    Weiterführende Links:

    https://dieurbanisten.de
    https://kulturellebildung.de
    https://beta.fahrender-raum.de

     

  • Ein Impuls aus stadtplanerischer Sicht von Prof. Angela Million

    Der öffentliche Raum hat eine wichtige soziale Bedeutung für eine lebendiges Miteinander in der Stadt. Alle Stadtnutzer*innen bewegen sich in ihm und verbringen Zeit dort. Durch vielerlei Aneignungen des öffentlichen Raums kann eine gemeinschaftliche Identität von Stadt entstehen. Dabei hängt es auch von der Gestaltung des öffentlichen Raums ab, ob dort Teilhabe für alle gegeben ist. Mit einer Einführung in verschiedene stadträumliche Dimensionen und die Bedeutung des öffentlichen Raums für eine Stadtgesellschaft nähert sich Angela Million dem Thema und antwortet auf Fragen des urbanen Lernens. Wie wollen wir in einer Stadt zusammenkommen? Und welche Rolle spielt dabei der öffentliche Raum? Was ist überhaupt dieser öffentliche Raum? Gibt es auch Räume, die sowohl privat als auch öffentlich sind? Und inwiefern ist die Stadt ein Lernraum?

    Vita:
    Angela Million ist Professorin und Leiterin das Fachgebietes Städtebau und Siedlungswesen am Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin. In ihrer Forschung, Praxis und Lehre verbindet sie ihre Interessen an Bau- und Planungskultur, Städtebau und Partizipation. Seit 2005 engagiert sie sich als Mitbegründerin von JAS Jugend Architektur Stadt e.V. in Projekten der baukulturellen Bildung und Beteiligung für Kinder und Jugendliche. Seit 2011 wurden an ihrem Lehrstuhl zahlreiche Forschungsprojekte realisiert zu Schnittstellen von Stadt als Lernraum, Gestaltungsfragen der Stadt der Zukunft, multifunktionalen Infrastrukturen, sowie Methoden der visuellen Kommunikation von Planung. Ihre jüngste Forschung beschäftigt sich mit sozialräumlichen Bildungslandschaften und dem Wandel des Raumwissens von Kindern und Jugendlichen im Rahmen des SFB 1265 „Re-Figuration von Räumen“.

     

  • Unlearning

    Öffentlicher Raum ist codiert. Es ist klar, was „man“ dort macht und was auch nicht. An einer Kreuzung bleibt man stehen. Ein Platz heißt, wie er heißt. Straßen werden befahren, man spricht nicht zu laut – zumindest in München – man hält eine gewisse Distanz zum nächsten Menschen ein, Männer laufen manchmal oben ohne, Frauen nicht, Leute die „fremd“ zu sein scheinen, werden oft komisch angeschaut.

    Aber: Muss das denn eigentlich so sein? Nur weil etwas Konvention ist, heißt es ja nicht, dass diese nicht in Frage gestellt werden kann. Wem gehört der Raum, was darf dort getan werden und wer bestimmt eigentlich darüber? Vielleicht ist es ja Zeit für ein „Unlearning“.

    Un-Learning, also Ver-Lernen, wird im Cambridge Dictionary so definiert:
    “To make an effort to forget your usual way of doing something so that you can learn a new and sometimes better way”
    (Energie aufwenden um die gewohnte Art etwas zu tun, zu vergessen, so dass man eine neue und manchmal bessere Art und Weise etwas zu tun, lernen kann)

    Dabei spielt ein Begriff eine wichtige Rolle, der weder von Unlearning noch von öffentlichem Raum wegzudenken ist – Macht.

    In diesem Themenforum werden wir die Diskussion zu Unlearning im öffentlichen Raum unter einem machtkritischen Blick diskutieren. Gemeinsam mit verschiedenen Kollektiven und Initiativen sprechen wir über Projekte, die sie im öffentlichen Raum realisiert haben und wie dort das Thema Unlearning hineinspielt. Nach einem Fachinput diskutieren wir anhand von konkreten Projekten und Erfahrungen, welche Konditionen Unlearning braucht, wie man gewohnte Muster in Frage stellen kann und wie man neues Wissen konsolidiert.

    Das Themenforum wurde gemeinsam mit dem Bellevue di Monaco (Manina Ott) entwickelt.

    Fachinput: Carla Bobadilla

    Von und Mit:

    Das Bellevue di Monaco ist ein Wohn- und Kulturzentrum für Geflüchtete und interessierte Münchnerinnen und Münchner im Herzen der Stadt.

    Carla Bobadilla ist eine forschende Künstlerin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung von Kommunikations- und Vermittlungspraktiken, insbesondere in den Bereichen der postkolonialen Kritik und der Critical Race Theory. Als Senior Lecturer an der Akademie der bildenden Künste in Wien lehrt sie, wie Formate entwickelt werden können, die eine Verhandlung von Fragen zum kulturellen Erbe innerhalb eines postkolonialen Kontextes unter Verwendung dekolonisierender Methodologien ermöglichen.


    Die Städtischen
    sind ein Kollektiv aus vielen Menschen unterschiedlichster Disziplinen die in verschiedenen Projekten die Stadtlandschaft aktiv gestalten- von Kunstaktionen, Möblierung öffentlicher Plätze zu Projektionen und noch viel mehr ist alles dabei. Stadtraum soll für mehr Menschen nutzbar sein und dessen Potential sichtbar gemacht werden ist hier die Devise. Sie bieten eine Plattform für Kunst, Literatur, Musik, Film, Architektur und Umwelt im städtischen Raum.
    Vertreten durch Jan Pedro te Kock, 23 Jahre alt: Ich bin als Sohn einer deutschen Mutter und eines dominikanischen Vaters in München aufgewachsen. Die Musik und das Theater begleiten mich schon seit frühen Jahren. Ich engagiere mich bei verschiedenen sozialen Projekten für Inklusion und sehe es (auch aufgrund meiner bi-kulturellen Identität) als einen essenziellen Teil der Demokratie in der wir leben, den Dialog zwischen verschiedensten Lagern zu fördern, um die Gesellschaft näher zueinander zu bringen und sich auf das Miteinander und die gemeinsame Kollaboration zurückzubesinnen. Mit dem kollektiv „Die Sädtischen“ organisiere ich Kulturveranstaltungen und Interventionen im öffentlichen Raum, die als Ziel haben ungenutzte Potentiale im öffentlichen Raum zu erkennen, auf Missstände aufmerksam zu machen und die Bewohner*innen der Stadt in das Stadtbild zu inkludieren. Außerdem bin ich Modell und Musiker und veröffentliche meine Musik unter dem Namen „Cashmere Caramel“. In meiner Musik setze ich mich zudem mit sozialen und kulturellen Schwerpunkten auseinander und trage diese auf deutsch, spanisch und englisch vor.
    Um eine Intervention im öffentlichen Raum zu inszenieren ist es notwendig, sich aufmerksam im öffentlichen Raum zu bewegen. Dabei muss man sich einige Fragen stellen. Diese führen dann zu der Wahrnehmung der Besonderheiten des Raums
    • Wo bin ich und was passiert an diesem Ort?
    • Wofür ist dieser Ort gedacht und wofür könnte man ihn noch nutzen?
    • Was fehlt (mir) hier?
    • Wo liegt verborgenes Potential?
    • Was kann ich (für andere) tun damit dieser Ort zu einem besseren wird?
    • Welche Auswirkungen könnte mein Eingriff in den Raum haben?

    Cambio Muc  ist eine Gruppe, die sich dafür einsetzt den Kolumbusplatz und -Straße in München umzubenennen. Decolonize Munich ist hier das Schlagwort. Während in Städten wie Berlin die Dekolonialisierung weiter ins Rollen kommt, bleibt München träge. Somit bleibt die Aufarbeitung kolonialer Kontinuitäten innerhalb der Stadtbilder weiterhin eine Aufgabe, die Stadträt*innen schon zu lange vor sich hinschieben. Mit ihrer Petition openpetition.de/!cambiomuc möchten sie in den Austausch mit Münchner Bürger*innen treten und ein Zeichen für ein antirassistisches und antikoloniales München setzten.

     

     

  • Medienpädagogisches Selbstverständnis von Akteur*innen in der kulturellen Bildung

    Kurzbeschreibung:

    Nicht erst seit der Covid-19-Pandemie nehmen verschiedene, digitale Medien mehr und mehr Einzug in vielfältige Bereiche der Kulturellen Bildung. Dabei können sie Lern-, Hilfs- und Ausdrucksmittel, lebensweltorientierter Ausgangspunkt, didaktisches Werkzeug und öffentlichkeitswirksames Präsentationsmedium sein. Und sie sind, waren und werden aktuell insbesondere als Kommunikationsplattformen gebraucht. Ihr Einsatz in der Kulturellen Bildung ist daher zunehmend mit medienpädagogischen Kompetenzen verknüpft und die Medienpädagogik selbst Teildisziplin der Kulturellen Bildung. Kulturelle Angebote im öffentlichen (medialen oder virtuellen) Raum stellen Anleitende bisweilen vor Herausforderungen. In einem einzelnen Vortrag können diese unmöglich gänzlich aufgezeigt und bearbeitet werden. Ziel des Vortrags ist daher Mut und Lust zur kulturellen Arbeit mit und in Medien zu machen. Dabei werden auch Grenzen und Fallstricke aufgezeigt. Zur Vertiefung werden Beispiele aus der Arbeit mit digitalen Spielen herangezogen.

    Verantwortliche Insitution und Ansprechpartner:
    Interaktiv – Münchner Netzwerk Medienkompetenz

    Moderation: Sebastian Ring

    Vita:

    Martin Geisler ist Absolvent der Walter-Gropius-Schule für Kunst und Gestaltung und studierte an der Fachhochschule Erfurt Sozialpädagogik. Er war als freiberuflicher Medienpädagoge und Bildberichterstatter tätig und ist in verschiedenen Künsten aktiv. Seit 2007 leitet er das Institut für Spiel- und Medienkultur – Spawnpoint, seit 2014 ist er Landessprecher der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur – Thüringen. Seit Oktober 2011 ist er an der EAH Jena am Fachbereich Sozialwesen Professor für Kultur und Medien. Martin Geisler konzipierte und leitet den berufsbegleitenden Studiengang „Spiel- und Medienpädagogik“.

    Sebastian Ring: https://www.jff.de/ansprechpersonen/detail/ring0/

  • THEMENFOREN

    Potentiale und Spannungsfelder Kultureller Bildung im öffentlichen Raum. Ein Impuls aus bildungswissenschaftlicher Perspektive von Dr. Marion Thuswald

    Als Auftakt in das Thema des diesjährigen Dialogforums skizziert Dr. Marion Thuswald einige grundlegende Überlegungen zum urbanen Lernen. Was zeichnet die Bildungsanlässe aus, die der öffentliche Raum bietet? Unter welchen Voraussetzungen und Besonderheiten finden Projekte Kultureller Bildung dort statt? Welche Potentiale und Spannungsfelder können daraus entstehen?

    Die Referatsleitungen Dorothee Schiwy, Anton Biebl und Florian Kraus diskutieren den Impuls aus den Perspektiven Soziales, Kultur und Bildung und vor dem Hintergrund ihrer kommunalen Verantwortung und politischen Praxis.


    Impuls:

    Dr. Marion Thuswald, Sozialpädagogin und Bildungswissenschaftlerin, lehrt und forscht in der Lehrer*innenbildung an der Akademie der bildenden Künste Wien. Dabei beschäftigt sie sich mit urbanem Lernen und öffentlichem Raum. Aktuell liegt ihr Schwerpunkt auf sexueller Bildung und Kunstpädagogik, Professionalisierung und Critical Diversity sowie partizipativen Forschungsprojekten.