Kategorie: Tür auf!

  • Unisono – ein generationenverbindendes Projekt an der Oper Köln

    Unisono – ein generationenverbindendes Projekt an der Oper Köln

    Kinder im Vorschulalter und Senior*innen mit und ohne Demenz bereiten sich gemeinsam auf einen Opernbesuch vor und lernen miteinander, voneinander und übereinander.

     

    Beschreibung des Projekts:

    Seit 2014 bietet die Oper Köln bedürfnisorientierte Opernvorstellungen für Menschen mit Demenz im Rahmen des Projekts „Oper für Jung und Alt“ an. Diese finden innerhalb der regulären Vorstellungen der Kinderoper Köln statt, sodass neben Senior*innen ein Großteil an jungem Publikum vor Ort ist.
    Um den generationenverbindenden Dialog zu vertiefen, wurde in der Spielzeit 2021.22 das Projekt „Unisono“ ins Leben gerufen, welches seither fester Bestandteil des Vermittlungsprogramms der Abteilung Oper.Stadt.Schule ist.
    In dem Projekt treffen sich ca. zehn Kinder im Vorschulalter einmal pro Woche mit einer gleichgroßen Gruppe von Senior*innen mit und ohne Demenz, die in einer Wohneinrichtung leben. Über zwei Monate tauchen sie aktiv und gestalterisch in die Geschichte einer Oper ein, die die Gruppe am Ende des Projekts gemeinsam sehen wird. Die 30-minütige mobile Opernproduktion wird speziell für Kitas und Senior*innen mit und ohne Demenz geschrieben und in der Einrichtung aufgeführt.
    In den Workshops von „Unisono“ lernen die Teilnehmenden die Handlung der Oper, die Protagonist*innen und die Opernmusik kennen. Sie singen geeignete Opernausschnitte und begleiten diese auf Orffschem Instrumentarium. Darüber hinaus wird getanzt und szenisch agiert, um eine vielsinnige Anregung zu ermöglichen. Biografierelevante Lieder beider Altersgruppen, die im Kontext der Opernthematik stehen, ergänzen das musikalische Angebot. Dabei gestaltet sich der Aufbau der Workshops immer gleich: Rituallieder wechseln mit neuen Inhalten, wobei der Interpretationsanspruch situativ erleichtert oder erschwert werden kann. Zugunsten einer vielsinnigen haptischen und optischen Erfahrung werden Requisiten, Kostümteile oder Objekte, wie z. B. Handpuppen, eingesetzt. Am Ende des Projekts hat sich die Gruppe nicht nur mit dem Inhalt einer Oper beschäftigt, sondern ist miteinander in den Generationendialog getreten.

    Potenziale kultureller Bildung:

    Das Projekt Unisono zielt darauf ab, Menschen unterschiedlichen Alters zusammenzubringen, um ein Verständnis füreinander zu entwickeln. Im gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachtet, ist dieses Generationenverständnis eine wichtige Voraussetzung für ein funktionierendes Miteinander. Kulturinstitutionen können und müssen ihre Ressourcen nutzen, um Menschen auf niederschwellige Weise zusammenbringen, die sich beispielsweise aufgrund ihres Alters oder einer Erkrankung nicht begegnen würden. Denn nur wer die Bedürfnisse Anderer kennt, kann auf diese eingehen. Hier bereits im frühen Kindesalter anzusetzen, kann besonders prägend und nachhaltig sein.

    Zusatzmaterialien:

    https://www.oper.koeln/de/oper-stadt-schule/oper-fuer-menschen-mit-demenz

    Ansprechpartner*in:

    Stephanie Sonnenschein

    Institution und Projektträger:

    Die Abteilung „Oper.Stadt.Schule“ ist die Schnittstelle zwischen dem Spielplan der Oper Köln und ihrem Publikum. In vielfältigen vermittelnden und künstlerischen Angeboten heißt die Musiktheaterpädagogik alle Menschen herzlich willkommen – ob jung oder alt, groß oder klein, von nah oder fern (oder etwas dazwischen). Gemeinsam gilt es Oper zu erleben, zu verstehen, zu gestalten und dabei in Austausch zu treten, um eine vertiefte und erfahrungsorientierte Auseinandersetzung mit den Inszenierungen der Oper und Kinderoper Oper und dem Genre an sich zu ermöglichen.

     

  • Als ich mal anders war

    Als ich mal anders war

    ‚What you see is what you get‘ arbeitet seit 2014 mit dem Residenzia Seniorenzentrum und erarbeitet professionelle Projekte, die zwischen Theater und Performance angesiedelt sind – immer mit Fokus auf dem künstlerischen Ergebnis unter Anwendung theaterpädagogischer Mittel. Zuletzt arbeitete die Gruppe meist für Kinder und Jugendliche als Zielgruppe und schuf so Raum für Generationenbegegnungen. Im Video ist das Projekt ‚Als ich mal anders war‘ zu sehen: eine Begegnungsperformance, bei der jeweils 3 bis 4 Kinder eine Kabine mit Fernsprecher betraten. Dort konnten sie Dinge aus der Kindheit der alten Menschen entdecken. Diese sprachen am anderen Ende der Leitung und erzählten Geschichten aus ihrer Kindheit.

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  • Tanztee und Prosecco

    Tanztee und Prosecco

    „Tanztee und Prosecco“ ist eine Pilot-Veranstaltungsreihe der Münchner Tänzerin Laura Saumweber. In Kooperation mit Münchenstift wird 2024 der Lebensraum “Seniorenheim“ als Raum öffentlicher, kultureller Begegnung durch Tanz für eine breite Münchner Stadtbevölkerung erschlossen.

    Beschreibung des Projekts:

    Mit dem Pilotprojekt „Tanztee und Prosecco“ möchte Laura Saumweber einerseits zu einem größeren Bewusstsein der Lebensrealitäten älterer Menschen und deren kultureller Bedürfnisse in München beitragen; andererseits zu einer Sensibilisierung für das Potenzial unkonventioneller Bühnenräume für die freie Tanzszene. Seit 2020 bringt sie mit ihrem Team Pop-Up Stücke in diverse Heime in Bayern und NRW und plant nun ein neues Format.
    Der Lebensraum “Seniorenheim” soll mit „Tanztee und Prosecco“ als Raum öffentlicher, kultureller Begegnung durch Tanz für eine breite Münchner Stadtbevölkerung erschlossen werden. Seit mehreren Jahren gilt Lauras besonderes Interesse einer tanzkünstlerischen Praxis, die für Menschen allen Alters gleichermaßen Zugänge zu professionellem, zeitgenössischen Tanz erschafft. In Kooperation mit Münchenstift sollen 2024 zwei öffentliche Veranstaltungen umgesetzt werden und somit generationenübergreifende Begegnungen und die Teilhabe aller an Kultur ermöglichen.

    Potenziale kultureller Bildung:

    Wie oben beschrieben gilt mein besonderes Interesse einer tanzkünstlerischen Praxis, die für Menschen allen Alters Zugänge zu professionellem Tanz erschafft und Raum für generationenübergreifende Begegnungen und Teilhabe aller an Kultur ermöglicht. Durch die Erfahrung der letzten Produktion „Ode an die Dinge“ sehe ich große Herausforderungen, dies in den städtischen bzw. öffentlichen Theatern und Bühnen in München langfristig umzusetzen. Mobilitätseinschränkungen der älteren Mitbürger:innen sowie ein enormer Mangel an Pflege- /Begleitpersonal in den Einrichtungen sind und bleiben grundlegende Hürden.
    Welche Formate sind dementsprechend nötig, um nicht nur – wie die letzten Jahre wie z. B. mit unseren Pop-Up Stücken „Umgedreht“ oder „Über die Dinge“- Tanz direkt in die Einrichtungen und dadurch ausschließlich zu den Bewohner:innen eben dieser Heime zu bringen, sondern auch das (reguläre Theater-) Publikum zu neuen Spielorten einzuladen und bereichernde Momente der Begegnung durch ein ansprechendes, professionelles Programm aus zeitgenössischem Tanz zu ermöglichen? Aus meiner Erfahrung befinden sich Seniorenheime am Rande unserer Gesellschaft und stellen für viele eine Art „separierte Lebensrealität für alte Menschen“ dar. Mit der Veranstaltungsreihe „Tanztee und Prosecco“ möchte ich über die Kunst eine Annäherung zu diesen Orten schaffen und zeigen, dass auch dort Kunst auf professionellem Niveau umgesetzt werden kann und von Menschen verschiedener Generationen erlebt und gefeiert werden kann.

    Zusatzmaterialien:

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/tanzperformance-koerpererinnerung-1.5362466?fbclid=IwAR1JWwY7hexa0CyZSAzlU4qkSozmztFrOIZWFrjBiTMZnaEM7bJlHNUJaMQ

    Ansprechpartner*in:

    Laura Saumweber

    Institution und Projektträger:

    Eingereicht beim Arbeitsstipendium Tanz für eine Umsetzung in 2024
    in Kooperation mit Münchenstift, Stabstelle Vielfalt

  • Ode an die Dinge – ein Tanztheater für jung & alt

    Ode an die Dinge – ein Tanztheater für jung & alt

    „Ode an die Dinge“ ist ein Tanztheater für generationenübergreifendes Publikum von 6 bis 106 Jahren. Dabei steht nicht nur das Theatererlebnis, sondern auch die eigene, körperliche Erfahrung sowie die tänzerische Begegnung der verschiedenen Generationen im Raum im Mittelpunkt.

     

    Beschreibung des Projekts:

    „Ode an die Dinge“ ist ein Tanztheater für jung & alt. Wie viele Dinge brauchen wir? Welchen Wert haben sie und wem gehören sie eigentlich? Wonach sehnen wir uns und was bringt uns schlussendlich zusammen?
    Die Künstlerinnen Laura Saumweber, Paula Niehoff und Martha Kröger laden im Rahmen dieser Inszenierung Menschen verschiedener Generationen gemeinsam ins Theater ein. Dabei möchten sie einen Erfahrungsraum öffnen, in dem zeitgenössisches Tanztheater in einem professionellen Rahmen erlebt werden kann und Begegnung zwischen den verschiedenen Generationen entsteht. Am Ende jeder Vorstellung öffnen die Künstlerinnen den Raum für eine bewegte Interaktion mit dem Publikum. Dieser kollektive, tänzerische Ausklang bringt das junge und alte Publikum tänzerisch und kreativ in Kontakt miteinander und rundet das Theatererlebnis mit einem Gefühl von spielerischer Annäherung ab. Im Kontext ihrer langjährigen Arbeit mit generationenübergreifenden Gruppen sind zudem weitere Formate entstanden, die von längeren Workshops oder Nachgesprächen bis hin zu einer mehrtägigen choreografischen Werkstatt mit den Tänzerinnen reichen.

    Potenziale kultureller Bildung:

    Mit „Ode an die Dinge“ möchten wir für alle Generationen gleichermaßen die Teilhabe an professionellem, zeitgenössischem Tanztheater ermöglichen und Begegnungsräume schaffen. Das besondere an diesem Projekt ist die Ambition, diejenigen in das öffentliche kulturelle Leben mit einzubeziehen, die ausgeschlossen am Rande unserer Gesellschaft leben bzw. den Weg ins Theater noch nicht/ nicht mehr aus Eigeninitiative schaffen: Menschen in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen sowie Kinder. Daher richten wir uns in der Öffentlichkeitsarbeit und Publikumsakquise vor allem an Grundschulklassen und Einrichtungen für Senior*innen oder Menschen mit Behinderung.
    Des Weiteren ist exemplarisch an diesem Format, dass neben der Rezeption von Tanztheater auch die aktive, eigene körperliche Erfahrung zentral ist. Das Theatererlebnis besteht aus der Inszenierung und einer anschließenden Interaktion mit dem Publikum. Dabei wird einerseits die tänzerische Reflexion des zuvor Gesehenen angeregt und andererseits die kreative Begegnung und gemeinsame Tanzerfahrung von jung & alt gestaltet.
    In der Erarbeitung der Inszenierung wurde besonderes Augenmerk auf die künstlerischen Mittel gelegt, um einen Rahmen zu schaffen, der verschiedene Generationen auf unterschiedlichen „Erzähl-Ebenen“ anspricht und einen niederschwelligen und humorvollen Zugang zu zeitgenössischem Tanztheater ermöglicht.

    Zusatzmaterialien:

    https://www.contweedancecollective.com/ode

    Ansprechpartner*in:

    Laura Saumweber

    Institution und Projektträger:

    Diese Produktion wurde ermöglicht durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR #takeheart, der Sparkassenstiftung Bamberg sowie durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

  • Alter Falter

    Alter Falter

    „Alter Falter“ ist ein Pilotprojekt für alte und junge Menschen in Münster zur Überwindung von Einsamkeit und sozialer Isolation.
    Spannend, kreativ und unmittelbar durch Begegnung und Austausch der Generationen im gemeinsamen Tun.

     

    Beschreibung des Projekts:

    Einsamkeit- wer kennt sie nicht?! Das Pilotprojekt „Alter Falter“ in Münster verfolgt seit 2021 das Ziel, das Thema Einsamkeit „gesellschaftsfähig“ zu machen. In fächerübergreifenden Modulen sowie im offenen Ganztag beschäftigen sich Grundschüler*innen spielerisch mit diesem wichtigen Gefühl, das in jedem Lebensalter vorkommt. Kinder lernen offen mit dieser Empfindung umzugehen, finden und teilen Strategien im Umgang damit, machen ihr Engagement z. T. in öffentlichen Aktionen sichtbar, tragen so aktiv und präventiv zur Enttabuisierung des Themas bei und übernehmen gesellschaftliche Verantwortung.
    Begegnung und gemeinsame Aktivitäten verschiedener Generationen haben großen Einfluss auf deren Lebensqualität. „Alter Falter“ schafft dafür Erfahrungsräume, die nachbarschaftliches Miteinander von Jung und Alt stärken. Mehr voneinander wissen, die Bedürfnisse der Anderen verstehen, fördert das Gefühl von Mitverantwortung füreinander. Klischees weichen Begegnung auf Augenhöhe, und ermöglichen es von- und miteinander zu lernen und gemeinsam Spaß und Freude zu erleben.

    Potenziale kultureller Bildung:

    Gemeinsam weniger einsam! Mit Aufwind durch die Pandemie im Rücken, hat das Thema Einsamkeit längst überfällige Aufmerksamkeit erfahren. Parallel mit der Entstehung von „Alter Falter“ werden erste Rufe nach früher Sensibilisierung für einen guten Umgang mit dieser Empfindung laut, um in sensiblen Lebensphasen (Pubertät/ Schulwechsel/Ausbildung/Wohnortwechsel etc.) besser gerüstet zu sein.
    Da der alltägliche Kontakt zwischen den Generationen immer weniger wird, wächst der Bedarf an arrangierten intergenerationellen Begegnungsmöglichkeiten.
    Das Pilotprojekt möchte diesen Herausforderungen durch Vernetzung der Institutionen Schule, Senioreneinrichtung /selbstständig lebender Senior*innen und Netzwerkpartner*innen aus Kunst und Kultur begegnen.
    Die Ergebnisse der Pilotphase werden nach Abschluss des Projektes zusammengefasst, und möchten es als eine Art Lehrwerk für Grundschule allen Interessierten leicht machen, das Thema in Teilen oder ausführlich an Schule / im Quartier anzusiedeln.

    Ansprechpartner*in:

    Andrea Lehmann

    Institution und Projektträger:

    „Alter Falter“ entstand im Rahmen des bundesweiten Malteser Hilfsdienst Projektes „Miteinander – Füreinander – Kontakt und Gemeinschaft im Alter“, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (www.malteser.de/miteinander-fuereinander). Ein Kulturprojekt wurde möglich durch Fördergelder des Landes zu engagierter Nachbarschaft. Weitere konnten durch Entgegenkommen motivierter Netzwerkpartner*innen aus dem Bereich Kunst/Kultur realisiert werden.